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Premavati – Herstellung von RubberBandBalls im Rahmen
eines Tsunami Flüchtlingsprojekts



Da die Dorfhalle im neu aufgebauten Dorf für Tsunami-Opfer Urannagodawatta noch nicht fertig gestellt ist, wird die Produktion der RubberBandBalls momentan etwas beengt im Büro unseres Beraters Rangit erledigt. Die Frauen müssen drei verschiedene Busse nehmen und der einfache Weg dauert bis zu 1,5 Stunden. Die Fahrtkosten von Rs 44 pro Wegstrecke werden von FairDeal Trading übernommen. Tatsächlich würden die Frauen den langen Weg gerne weiterhin auf sich nehmen – sie trauen sich gegenseitig (noch) nicht genug zu, um die Arbeit alleine in ihren neuen Gemeinschaftsräumen zu erledigen. Rangit jedoch ist sicher, dass die Ballproduktion in das Dorf zurückverlegt wird, sobald die Dorfhalle funktionsfähig ist.

Die 12-15 Frauen arbeiten jeden Tag meist in völliger Ruhe. Nur als das Ende des Bürgerkrieges in Sri Lanka verkündet wurde, wollten sie ein Radio haben.

Vier gleiche Anteile von jeder Farbe Gummiringe werden auf einer Feinwaage gewogen, die sich in einer Plastikkabine befindet, um trotz des Deckenventilators ein präzises Ergebnis zu erhalten. Als Problem hat sich herausgestellt, dass die gelben Ringe aus unerfindlichem Grund etwas leichter sind als die anderen Gummiringe, was die Berechnung etwas erschwert. Jeder fertiggestellte Ball wird unter dem Namen der Produzentin registriert.

Die schnellste Frau in der Produktion der RubberBandBalls ist Premavati. Während des Tsunamis war sie zu Hause in ihrem Dorf namens Egodanyana (was so viel wie „ der Garten darunter“ bedeutet) und bereitete Mittagessen zu. Einer ihrer Söhne schlief im Haus, die anderen waren glücklicherweise ausgegangen. Der Tsunami erreichte das Dorf ungefähr um 09.20 Uhr und es war reines Glück, dass ihre Nachbarn die Welle gesehen hatten und schrien, so dass sie und ihr Sohn sich in Sicherheit bringen konnten. Von ihrer Familie wurde niemand verletzt – aber ihr Haus war komplett zerstört.

In ihrem neuen Dorf wurden die 48 Häuser durch eine Lotterie verlost, Primavati ist sehr glücklich mit ihrer Unterkunft Nr. 47, einem Eckhaus in der Hauptstraße. Seit sie vor sechs Monaten hierher gezogen sind, wachsen auch verschiedene Pflanzen in ihrem Garten. Ein kleiner Dorfladen wird mehr und mehr zum Dorfmittel- und Treffpunkt, fast jedes Haus hat eine Flagge gehisst, Wäsche hängt zum trocknen im Freien und es gibt stets ein reges Kommen und Gehen bei den Handwasserpumpen. Der erste Test einer multi-ethischen Gemeinschaft verlief ohne Probleme: die wenigen muslimischen Familien nehmen Abstand davon, auf dem islamischen Opferfest Ziegen zu schlachten, was möglicherweis ihre buddhistischen Nachbarn wie Premavati hätte stören können.

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