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Ms. Iramma Ramappa Bangari – Umstellung auf Biologischen Baumwollanbau

Ms. Iramma Ramappa Bangari (40 Jahre) stammt aus Neelagunda, einem Dorf mit 2500 Einwohnern. Sie heiratete jung ihren Ehemann Hussed (55 Jahre), der seit seinem zehnten Lebensjahr an den Folgen einer Polio Erkrankung leidet. Dass sie in eine der mächtigsten Familien des Dorfes einheiratete, war für die junge Frau anfangs eher schwierig. Gemeinsam haben sie sechs Kinder, vier Mädchen und zwei Jungen. Die älteren Kinder (18 und 22) haben die Schule abgeschlossen und arbeiten auf den Feldern – jedoch ohne große Begeisterung. Drei der Töchter sind verheiratet, die jüngste (16 Jahre) geht noch zur Schule. Da das Land von der Familie des Ehemanns stammt, wohnt die Familie im ebenfalls geerbten Haus. Ihr Schwiegervater baute selbst Baumwolle an, bis er vor 10 Jahren im Alter von 92 Jahren starb. Der Schwiegervater übergab sein Land - für die Region unüblich – zu gleichen Teilen seinem behinderten Sohn und seinen vier Töchtern, für die lokalen Verhältnisse war er ein vermögender Mann.

Ms. Bangari und ihre Familie bebauen 51.5 acres (ca. 20 ha) Land, von denen 25.2 (ca. 10,2 ha) mit Baumwolle bepflanzt werden. Andere Anbauprodukte sind Jowar (einheimische Maisart), Sonnenblumen, Weizen, Kichererbsen und Koriander. Die Arbeit bringt auch Probleme mit sich: biologischer Anbau ist arbeitsintensiv, insbesondere das Jäten von Unkraut: Ms. Bangari schätzt, dass 90 Arbeitstage nötig sind, um 1.2 ha Land sauber zu jäten. In der Hochsaison beschäftigt sie bis zu 40 Personen. Während das offizielle Mindestgehalt für Feldarbeit bei Rs. 82/pro Tag liegt, erhalten gewöhnliche Arbeiter in dieser Region zwischen 50 und 100 Rupien pro Tag sowie ½ bis 1 Kg von dem, was gerade geerntet wird – was in Bezug auf die Sicherheit und die Kaufkraft fast genauso wichtig ist wie die Barauszahlungen.

Außer dem Land besitzt Familie Bangari vier Kühe, vor allem, um die Kompostierung im Gang zu halten: im Hinterhof gibt es mehrere Komposthaufen in unterschiedlichen Stufen – eine funktionierende Biogasanlage. In der Erkenntnis, dass alle ihre Vorfahren bereits ähnliche Methoden benutzten, hatte man sich im Jahre 2000 bewusst für den biologischen Anbau entschieden. Die Genossenschaft, zu der Frau Bangari gehört, hat die Unterstützung aus dem Fairen Handel dazu genutzt, die Umstellung auf den Bioanbau zu finanzieren (Beratung, Zertifizierungskosten).

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