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Gollapalli Nampalli – Biobaumwolle aus Indien

Gollapalli Nampalli (45 Jahre) besitzt 2 ha Ackerland, von denen aufgrund des schlechten Monsuns momentan nur ca. 1,2 ha genutzt werden können. Er hat nur eine Tochter (Rajita, 20 Jahre), die teligusche Literatur studiert. (Telugu = nach Hindi und Bengali weit verbreitete Sprache Indiens). Unter der Woche wohnt Rajita in der Nähe ihres Colleges bei einer anderen Familie, am Wochenende fährt sie nach Hause und hilft bei der Baumwollernte. Die Studiengebühren für das College betragen Rs. 5000 pro Jahr, darüber hinaus erhält Rajita pro Monat Rs. 300 Taschengeld.

Auf der Farm arbeiten außerdem die Schwester von Gollapalli, deren Tochter und einige Nachbarn. Der Baumwollanbau ist durchsetzt mit anderen Kulturpflanzen wie „Red Gram“ (Linsenart), Ringelblumen (gut gegen Pflanzenschädlinge) sowie Okra und eine traditionelle Bohnensorte. Einige der Pflanzen zeigen Mangel an Düngung – oft sind nicht genügend Düngemittel vorhanden oder sie sind zu teuer. Dies ist auch das (unerwartete) Ergebnis kinderarmer Familien: es sind nicht mehr genügend Arbeitskräfte vorhanden, um zusätzlich zum Ackerbau Kühe zu halten. Deren Mist ist aber für die Bodenverbesserung essentiell. Hirten einzustellen wäre zu teuer, auch wenn der übliche Tageslohn nur bei Rs. 80 – 90 liegt. (Das von der Regierung festgelegte Mindestgehalt von Rs. 100 pro Tag wir so gut wie nie ausbezahlt). Tagelöhner werden für das Jäten und die manuelle Schädlingsbekämpfung wie das Aufstellen von Klebefallen oder Vogelscheuchen benötigt. Im letzten Jahr hatte Gollapalli Nampalli auf ca. ca. 1,6 ha Baumwolle angebaut mit einem Ertrag von 1000 kg, die er zu einem FairTrade Preis von Rs. 31.000 verkaufen konnte – sein Gewinn belief sich auf Rs. 10.000 (ca. 165 Euro).

In seinem Dorf gibt es ca. 42 FairTrade Cotton Bauern, die in vier Gruppen eingeteilt sind. Sie alle sparen 50 Rupien (ca. 31 Cent) pro Monat, für die sie 6 % Zinsen erhalten. Insgesamt hatten sie so bereits Rs. 15.500 auf ihrem Konto angespart – aber Rs. 10.000 mussten für die Beschaffung von Saatgut ausgegeben werden. Wie alle anderen Gruppen in diesem Bezirk profitiert auch Nampalli von einem neun Lagerhaus zur Aufbewahrung von Baumwolle, welches mit finanzieller Hilfe eines FairTrade Käufers gebaut wurde. (Kosten: ca. 26.000 Euro). Dort gibt es eine neue Anlage zum exakten Wiegen der Baumwolle. Die Kooperation plant, ein Großbildschirm-TV zur Unterhaltung der ArbeiterInnen zu kaufen. Ebenfalls geplant ist eine Umkehrosmose-Anlage, um als zusätzliche Einkommensmöglichkeit, preisgünstiges Wasser an die umliegenden Dörfer verkaufen zu können. Das Grundwasser in dieser Gegend weist einen zu hohen Flourgehalt auf – viele Menschen leiden durch den täglichen Konsum von unbehandeltem Wassers an Knochenkrankheiten.

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