Bijad wurde in Gidpur geboren und ging im nahe gelegenen Sialkot zur Schule. Als er 18 war, begann er dort in einer Fabrik Fußbälle zu nähen. So konnte er seine Familie finanziell unterstützen. Pro Tag schaffte er vier oder fünf Bälle und verdiente rund 150 Rupien.
Bijad mag pakistanische Musik, seine große Leidenschaft aber gilt dem Poolbillard. Deshalb nahm er, als er 20 Jahre alt war, einen durch FairTrade Prämien finanzierten Mikrokredit von 50.000 Rupien auf und erwarb mit dem Geld einen Raum und einen Billardtisch. Der Tisch kostete 13.000, das Ladenlokal 30.000 Rupien.
Den Rest des Geldes investierte er in eine Rasur-Ausrüstung. Mit traditionellen Nassrasuren kann er so zwischen zehn und dreißig Rupien am Tag dazu verdienen und damit seine Einnahmen aus dem Billard-Treff aufbessern. Das Billard-Geschäft allein bringt rund 300 Rupien am Tag ein – das ist doppelt so viel wie er mit dem Fußball-Nähen erwerben konnte. Bijad war damit in der glücklichen Lage, seinen Kredit innerhalb von zwei Jahren in 25 Raten abzubezahlen.
Der Billardtisch ist eine willkommene Unterhaltung in dem kleinen Dorf, wo es für junge Leute sonst nur wenig zu tun gibt. Bijads Freund Mohamed bestätigt dies: „Das ist das beste, was man hier machen kann, denn sonst ist es hier echt langweilig.“
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Bijad – durch einen Mikrokredit zum Kleinunternehmer
